Weisheiten und Schönheiten

Foto: Selenit-KugelEs gibt so viele Weisheiten, weise und schöne Worte, die oft genau das ausdrücken, was man selbst fühlt, erfahren hat, ausdrücken möchte. Und häufig drücken diese Texte und Verse es noch treffender aus, als ich es vielleicht selbst formulieren könnte.

Daher möchte ich an dieser Stelle einige der textlichen Weisheiten und Schönheiten abbilden, die für mich für bestimmte Phasen meiner eigenen Entwicklung stehen, die ich mit bestimmten Themen verbinde oder die ich einfach weise, berührend und/oder schön finde.

Vielleicht mag der eine oder andere Text so noch weitere Kreise ziehen....

Ich danke allen Dichtern, Poeten, Autoren, Wortschöpfern und Wortkünstlern für ihre Gaben und Vermächtnisse.

 

 

 

-> Selbstliebe

-> Nicht immer sehen wir das Ziel klar vor Augen

-> Leben

-> Gibt es ein Leben nach der Geburt

 



Selbstliebe

Diese Worte schrieb Charlie Chaplin an seinem 70. Geburtstag, am 16. April 1959:

Als ich mich wirklich
selbst zu lieben begann,
konnte ich erkennen,
dass emotionaler Schmerz und Leid
nur Warnung für mich sind,
gegen meine eigene Wahrheit zu leben.
Heute weiß ich, das nennt man
“AUTENTHISCH-SEIN”.

Als ich mich wirklich
selbst zu lieben begann,
habe ich verstanden,
wie sehr es jemanden beschämt,
ihm meine Wünsche aufzuzwingen,
obwohl ich wusste, dass weder die Zeit reif,
noch der Mensch dazu bereit war,
auch wenn ich selbst dieser Mensch war.
Heute weiß ich, das nennt man
“SELBSTACHTUNG”.

Als ich mich wirklich
selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört,
mich nach einem anderen Leben zu sehnen
und konnte sehen, dass alles um mich herum
eine Aufforderung zum Wachsen war.
Heute weiß ich, dass nennt man
“REIFE”.

Als ich mich wirklich
selbst zu lieben begann,
habe ich verstanden,
dass ich immer und bei jeder Gelegenheit,
zur richtigen Zeit am richtigen Ort bin
und dass alles, was geschieht, richtig ist
- von da konnte ich ruhig sein.
Heute weiß ich, das nennt sich
“Vertrauen”.

Als ich mich wirklich
selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört,
mich meiner freien Zeit zu berauben,
und ich habe aufgehört,
weiter grandiose Projekte
für die Zukunft zu entwerfen.
Heute mache ich nur das,
was mir Spaß und Freude bereitet,
was ich liebe
und mein Herz zum Lachen bringt,
auf meine eigene Art und Weise
und in meinem Tempo.
Heute weiß ich, das nennt man
“EHRLICHKEIT”.

Als ich mich wirklich
selbst zu lieben begann,
habe ich mich von allem befreit,
was nicht gesund für mich war,
von Speisen, Menschen, Dingen, Situationen
und von allem, das mich immer wieder hinunterzog,
weg von mir selbst.
Anfangs nannte ich das “gesunden Egoismus”
aber heute weiß ich, das ist “SELBSTLIEBE”.

Als ich mich wirklich
selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört,
immer recht haben zu wollen.
So habe ich mich weniger geirrt.
Heute habe ich erkannt,
das nennt man “DEMUT”.

Als ich mich wirklich
selbst zu lieben begann,
habe ich mich geweigert,
weiter in der Vergangenheit zu leben
und mich um meine Zukunft zu sorgen.
Jetzt lebe ich nur mehr in diesem Augenblick,
wo ALLES stattfindet.
So lebe ich heute jeden Tag und nenne es
“VOLLKOMMENHEIT”.

Als ich mich wirklich
selbst zu lieben begann,
da erkannte ich,
dass mich mein Denken
armselig und krank machen kann.
Als ich jedoch meine Herzenskräfte anforderte,
bekam der Verstand einen wichtigen Partner,
diese Verbindung nenne ich heute
“HERZENSWEISHEIT”.

Wir brauchen uns nicht weiter
vor Auseinandersetzungen,
Konflikten und Problemen
mit uns selbst und anderen fürchten,
denn sogar Sterne knallen
manchmal aufeinander
und es entstehen neue Welten.
Heute weiß ich,
DAS IST das Leben!



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Nicht immer sehen wir das Ziel klar vor Augen

von Martin Luther King


Nicht immer sehen wir das Ziel klar vor Augen,
aber wir folgen den Spuren, die wir sehen.

Spuren zeigen uns: Wir sind nicht allein,
jemand geht mit - auch wenn wir ihn nicht sehen.

Wir kommen von irgendwo her.
Woher? Wohin?
Keiner weiß das von anderen genau.

Aber wir treffen uns und teilen den Weg,
den Weg, den wir gemeinsam neu entdecken.
Der geht sich leicht, weil wir uns kennenlernen.
Der Weg verbindet uns.

Und oft erkennen wir erst im Nachhinein,
wer das war,
der mit uns ging,
der für uns Brot zum Leben war.

So ist es auf Wegen:
Wir treffen uns,
begegnen uns,
werden uns wichtig.

Aber wir trennen uns wieder,
weil der Weg für jeden in eine andere Richtung weist.

Doch wir gehen beschenkt auseinander
und sehen weiter,

weiter dahin,
wo uns wieder einer begegnet,
der mitgeht.


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Leben

von Hans Wilhelm


Das Leben ist wie ein Fluss:
es trägt uns von der Quelle bis zum Meer.

Tiefe, Dauer und Windungen des Flusses sind vorgegeben.
Für jeden anders,
denn wir bestimmen selbst,
wie wir die Strecke zurücklegen wollen.

Jeder Fluss birgt seine Untiefen.
Wer auf die Strömung achtet, ist gewarnt.

Kein anderer kann uns sagen, wie wir schwimmen sollen.
Die Stimme, die die Richtung weist, in nur in uns selbst.
Doch oft wird sie vom Rauschen des Flusses übertönt.
Dann ist es nicht leicht, dieser Stimme zu folgen.
Wir brauchen Mut dazu und Vertrauen.

Der Fluss trägt uns an vielem vorbei,
mal still und gemächlich,
mal sprudelnd und schnell.
Alles zu seiner Zeit.

Viele versuchen,
ihn mit eigenem Willen zu bezähmen oder aufzuhalten.
Ihnen fehlt das Vertrauen.

Oft glauben wir, Frieden und Glück an einem stillen Ufer zu finden.
Wir sehnen uns nach Beständigkeit und Ruhe
und möchten uns festhalten.

Doch wo sich nichts regt und bewegt,
wird irgendwann das Wasser trübe.
Was uns lockte, verliert seinen Glanz
und kann uns zum Verhängnis werden.

Jedes Loslassen erfordert Mut !
Es macht uns frei und bring uns weiter,
zurück zur Mitte des Flusses.
Hier fließt das Wasser am lebendigsten.
Hier finden wir alles, was wir brauchen.

Wer sich voller Vertrauen dem Strom des Lebens hingibt,
wird sicher und gefahrlos an allen Klippen vorbeigetragen.
Der Blick wird frei für eine neue Sicht.
Alles, was uns widerfährt, hat einen Sinn.

Irgendwann wird der Strom des Lebens beginnen langsamer zu fließen.
Ein neues Abenteuer steht bevor.

Und voller Zuversicht lassen wir die engen Begrenzungen
des Lebensstromes hinter uns.

Wir treten ein in das große Meer der Unendlichkeit.



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Gibt es ein Leben nach der Geburt

Eine Geschichte nach Henri Nouwen


Ein ungeborenes Zwillingspärchen unterhält sich im Bauch seiner Mutter.

“Sag mal, glaubst du eigentlich an ein Leben nach der Geburt?” fragt der eine Zwilling.

“Ja auf jeden Fall! Hier drinnen wachsen wir und werden stark für das was draußen kommen wird.” antwortet der andere Zwilling.

“Ich glaube, das ist Blödsinn!” sagt der erste. “Es kann kein Leben nach der Geburt geben – wie sollte das denn bitteschön aussehen?”

“So ganz genau weiß ich das auch nicht. Aber es wird sicher viel heller als hier sein. Und vielleicht werden wir herumlaufen und mit dem Mund essen?”

“So einen Unsinn habe ich ja noch nie gehört! Mit dem Mund essen, was für eine verrückte Idee. Es gibt doch die Nabelschnur, die uns ernährt. Und wie willst du herumlaufen? Dafür ist die Nabelschnur viel zu kurz.”

“Doch, es geht ganz bestimmt. Es wird eben alles nur ein bisschen anders.”

“Du spinnst! Es ist noch nie einer zurückgekommen von ‘nach der Geburt’. Mit der Geburt ist das Leben zu Ende. Punktum.”

“Ich gebe ja zu, dass keiner weiß, wie das Leben nach der Geburt aussehen wird. Aber ich weiß, dass wir dann unsere Mutter sehen werden und sie wird für uns sorgen.”

“Mutter??? Du glaubst doch wohl nicht an eine Mutter? Wo ist sie denn bitte?”

“Na hier – überall um uns herum. Wir sind und leben in ihr und durch sie. Ohne sie könnten wir gar nicht sein!”

“Quatsch! Von einer Mutter habe ich noch nie etwas bemerkt, also gibt es sie auch nicht.”

“Doch, manchmal, wenn wir ganz still sind, kannst du sie singen hören. Oder spüren, wenn sie unsere Welt streichelt….”

 

[Zitat Wikipedia: "Henri Jozef Machiel Nouwen (* 24. Januar 1932 in Nijkerk (NL); † 21. September 1996 in Hilversum) war ein holländischer römisch-katholischer Priester, Theologe, Psychologe und geistlicher Schriftsteller."]


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